Montag, 30. März 2009

Hanglandung- wie bombe ich richtig ein

Seit gestern schuettet es hier wie aus Kuebeln- das Land braucht Wasser!

Fast ist das schon eine willkommene Abwechslung zur letzten Woche, als unsere Paraglider staendig in der Luft waren. Wir hatten so ziemlich alle Flugbedingungen am Hang, von "einfach laminar- jeder Gleitschirm bleibt oben" bis " wenig Wind+ thermisch- (fast) alles saeuft ab".

Dem entsprechend voll war der Hang mit gestrandeten Gleitschirmpiloten, die aber gluecklicherweise unverletzt blieben.

Fuer mich Anlass ein paar Zeilen zum Einschlagen am Hang zu posten.

Die schlimmste Todsuende gleich zu Anfang:

Keine Kreise vor, bzw. kurz ueber dem Hang!

Auch guten Piloten passiert es, dass sie hangseitig aus dem Aufwind fallen und im Winkel von 90 Grad mit Rueckenwind frontal in den Hang krachen oder ueber der Hangkante ins Lee getrieben werden. Man hat dann bei Groundspeed von teils 50 Sachen gute Chancen sich fuer laengere Zeit zu verabschieden, also Finger weg!

Auch beim Achtern (alle Kurven vom Hang weg!) und dem Heranschmuckeln an die Kante passiert es, dass mich eine vorgelagerte Abloesung hoch hebt, und es danach zwischen dem Aufwind und der Hangkante genauso toll runter geht. Dabei nickt der Schirm beim Verlassen des Steigens nach vorne und beschleunigt somit- in diesem Fall dummerweise Richtung Hang.

Das passiert bei thermischen Aufwindblasen genau so wie bei kleinen Wirbeln, die sich an den Hangeinschnitten oder Hindernissen bilden. Der uebermotivierte Gleitschirmflieger interpretiert das Steigen als Signal mehr zum Hang zu lenken um zur Kante hoch zu kommen. Beim folgenden Vornicken der Kappe ist ein Gegenlenken durch den abgesunkenen Innendruck im Schirm wesentlich weniger effektiv, zudem pendelt der Pilot Richtung Hang. Selbst eine leichte Boden-, Baum- oder Buschberuehrung laesst den Schirm erneut vorschiessen- die Hanglandung ist unausweichlich.

So ist vorgestern ein Pilot in die Kante ueber der ca 20 Meter hohen Wand am Leuchtturm eingeschlagen. Der Pilot sass auf der Kante am Abgrund und der Schirm lag vor ihm auf dem Weg. Nix passiert- Schwein gehabt!

Je unruhiger es ist umso weiter weg vom Hang muss man fliegen.



Ein paar Tipps zum Soaren:


  1. Wie immer, Vorflieger anschauen, das hilft auf jeden Fall! Wo geht's hoch, wo runter?

  2. Ordentlich vorbereiten! Beim Soaren hast du keine Zeit am Gurtzeug, Funk oder Beschleuniger rum zu fummeln.

  3. Eine ruhige Linie vor der Kante fliegen! Die muss, wie gesagt so weit draussen liegen, dass ich nicht staendig korrigieren muss.

  4. Gewicht auf die hangabgewandte Backe und die hangzugewandte Seite etwas mehr bremsen. So kommt man schneller weg, wenn's eng wird.

  5. Im Steigen umdrehen! Du solltest versuchen, deine Richtung dann zu aendern, wenn es hoch geht. Leicht gesagt, aber schon wenn du den Hang zwei- oder dreimal entlang gesoart bist weisst du, wo es gut ist.

  6. Je mehr Hoehe du bekommst umso mehr kannst du dich ueber die Kante versetzen lassen. Nie hinter der Hangkante fliegen!

  7. Falls der Hang auf deiner linken Seite liegt und ein Pilot entgegen kommt solltest du lieber umdrehen bevor du ausweichen (er hat ja Vorflugrecht) und weg vom Hang musst.

  8. Alle verfuegbaren Windrichtungsanzeiger checken, um zu entscheiden welcher Hangteil am guenstigsten angestroemt wird.

  9. Notlandeplaetze im Auge behalten!

... und was, wenn's trotzdem passiert?



Auch mir kommt es vor, dass meine Landungen im unteren, flachen Hangabschnitt nicht so klappen, wie geplant. Meist habe ich vorher zu viel "Treibstoff" verblasen, also die Bremse zu weit unten um die Kiste abzufangen. Ein bisschen Ueberfahrt im richtigen Moment in Hoehe um gesetzt hat schon manches Einbomben vermieden.

Falls das Gelaende eben und hindernisfrei ist gebe ich alles, was an Bremsweg noch zur Verfuegung ist und versuche die Geschwindigkeit mit ein paar schnellen Schritten auf der Hoehenlinie zu kompensieren.

Falls der Gleitwinkel steil ist- Fuesse zusammen, Arme am Koerper, Kinn auf die Brust - Landefall ( ah! wird ja nicht mehr gelehrt!), dann abrollen! Moeglichst zu der Seite drehen, auf der der Hang liegt!

Schwierig wird es, wenn das Gelaende sehr uneben oder bewachsen ist. Am besten einen Meter ueber dem Boden/Hindernis abbremsen und Fusse zusammen Arme an den Koerper.

Zum Schluss noch-ganz wichtig- Schirm moeglichst schnell zusammen raeumen, damit keine unnoetige Rettungsaktion gestartet wird.


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